11.06.2020

Bio-Bauernhof mit U-Bahnanschluss

Wer sich von Schmargendorf kommend aufmacht, das weitläufige Gelände der FU Berlin zu erkunden, mag bereits an der Pacelliallee glauben, er habe sich verlaufen. Denn linker Hand erstreckt sich plötzlich ein ganze 12 Hektar großer Bio-Bauernhof mit bestellten Felder, Streuobstwiesen, Rindern, Pferden, Sattelschweinen, Ziegen, Schafen und Geflügel. Dies ist das Gelände der Domäne Dahlem, eines Freilandmuseums für Agrar- und Ernährungskultur, dessen Außengelände auch während des Corona-Lockdowns durchgängig besucht werden kann.

 

Das einstige Dahlemer Rittergut blickt auf eine über 800-jährige Geschichte zurück. Sein Herrenhaus aus dem Jahr 1560 ist nur wenig jünger als das Jagdschloss Grunewald und damit Berlins ältestes erhaltenes Wohnhaus. Im Laufe der Jahrhunderte gehörte das Gut verschiedenen Adelsfamilien, bevor es 1838 an den preußischen Staat verkauft wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auch die Gebäude der Domäne Dahlem zeitweilig von der FU Berlin genutzt, aber eine Bürgerbewegung verhinderte die Bebauung des Geländes. Seither wird der weltweit einzige Bauernhof mit direktem U-Bahnanschluss (Station Dahlem-Dorf) von der Stiftung Domäne-Dahlem als Museum betrieben.

 

Das CULINARIUM im sanierten Pferdestall aus dem 19. Jahrhundert zeigt Deutschlands erste Dauerausstellung zur Kulturgeschichte der Ernährung. Auch ein historischer Kaufmannsladen und eine Sammlung zur Geschichte der Imkerei können auf dem Gelände besichtigt werden. Und auch, wenn die beliebten Marktfeste der Domäne, wie das Kartoffel- oder das Erntefest coronabedingt in nächste Zeit nicht stattfinden können – das riesige Freigelände mit seinen grasenden Tieren, Äckern, Gärten und Obstbäumen entführt die Besucher an sonnigen Tagen zuverlässig aus dem Lärm der Großstadt.