25.02.2020

Die Stadt als Abenteuerspielplatz

Baumhäuser bauen, Tiere füttern, Sauerampfer kauend auf der Wiese liegen, sich die Gesichter mit Matsch beschmieren und anschließend von den Eltern in der Badewanne sauber geschrubbt werden – für viele Menschen sieht so die perfekte Kindheit aus. Haben Land- oder Stadtrandkinder also Vorteile gegenüber Gleichaltrigen, die im Herzen der Großstadt aufwachsen?

Für Berlin und insbesondere Moabit kann man diese Frage klar verneinen. Weitläufige Grünanlagen wie der Fritz-Schloß-Park bieten ausreichend versteckte und verwunschene Ecken, die von Kindern entdeckt werden können. Tiere füttern und Baumhäuser bauen können sie gleich nebenan im Moabiter Kinderhof oder auch auf dem Kinderbunten Bauernhof im benachbarten Wedding. Geplanscht wird im Plötzensee und Spielplätze präsentieren hier im Stadtzentrum eine Ausstattung, wie man sie in den meisten Stadtrandsiedlungen vergeblich sucht.

Der Klara-Franke-Spielplatz in der Lehrter Straße beispielsweise – vom Quartier Mittenmang aus sicher über den bahnbegleitenden Grünzug zu erreichen – bietet Nestschaukeln für die ganz Kleinen, Wasserspielbereiche, Tischtennisplatten und ein beeindruckendes Klettergerüst. Auf dem ebenso beliebten Spielplatz am Zeppelinplatz gibt es sogar einen richtigen Kletterparcours und am Spielplatz Emmi ist mit dem Familiencafé Fräulein Knopfauge vor zwei Jahren zusätzlich noch ein gemütlicher Treffpunkt für die Eltern entstanden. Die Vorteile einer Moabiter Stadtkindheit werden offensichtlich, wenn es um Kultur- und Sportangebote geht. Mit dem Grips-Theater am Hansaplatz ist hier das bekannteste Kinder und Jugendtheater der Stadt beheimatet, dessen ebenso kluge wie unterhaltsame Inszenierungen gern auch als Mitspielaktionen direkt in den Klassenraum kommen.

Kaum weniger bunt ist das Programm des ATZE-Musiktheaters im Wedding. Hinzu kommen zahlreiche fahrende Puppentheater, die regelmäßig die Kitas vor Ort besuchen, und die Kulturfabrik in der Lehrter Straße veranstaltet immer wieder bunte Kinderfeste, bei denen sich die Kleinen auf vielfältige Weise ausprobieren können.

Ebenfalls um Mitmach-Effekte und spielerisches Lernen geht es im Labyrinth Kindermuseum in der Fabrik Osloer Straße, dessen ständig wechselnde interaktive Ausstellungen Besucher aus der ganzen Stadt anziehen. Und auch was sportliche Aktivitäten betrifft, kennt das Angebot an Vereinen und Spielstätten rund um das Poststadion in der Lehrter Straße kaum Grenzen. Von Fußball über Tennis, Hockey, Leichtathletik, Inline-Skaten und sogar Bergsteigen ist alles dabei.

Aber auch in der schönsten Kindheit gibt es nicht nur Freizeit. Ebenso wichtig für Familien dürfte daher auch die Eltern-Beratungsstellen, Angebote für Hausaufgabenhilfe und betreute Freizeitstätten sein. Das Familienzentrum Moabit beispielsweise bietet all das direkt am Fritz-Schloß-Park an – ebenso wie das SOS-Kinderdorf Berlin, das sich mit seiner Kinderbotschaft und dem neu eröffneten Hotel Rossi in der Seydlitzstraße angesiedelt hat.

Sicher, wer Wildschweinen oder Marderhunden in freier Wildbahn begegnen möchte, wird nicht um einen Ausflug ins Umland herumkommen. Aber sonst ist im Kiez rund um die Lehrter Straße alles vorhanden, was es für eine glückliche Kindheit braucht.