26.02.2020

Tristan Ottos lange Zähne

Sein Name klingt nicht sonderlich gefährlich, aber solange Tristan Otto lebte, musste ihn nahezu jedes Landlebewesen auf diesem Planeten fürchten. Tristan Otto ist das bisher einzige Originalskelett eines Tyrannosaurus Rex in Europa. Das 12 Meter lange und 4 Meter hohe Skelett des Raubsauriers aus der Kreidezeit wurde 2010 in den USA gefunden und zählt zu den am besten erhaltenen weltweit. Seinen modernen Namen hat der Saurier den Söhnen seiner beiden Eigentümer zu verdanken.

Das Museum für Naturkunde an der Invalidenstraße, wo Tristan Otto zu besichtigen ist, gehört zu den drei größten in Deutschland. Die Bestände umfassen mehr als 30 Millionen Objekte. Der ursprünglich dreiflügelige Bau wurde 1889 eröffnet und war bis zu Tristan Ottos Einzug vor allem wegen eines Brachiosaurus berühmt – dem weltweit größten aufgebauten Skelett eines Dinosauriers. Aber es gibt hier noch weit mehr beeindruckende Exponate zu bestaunen. Den Urvogel Archaeopteryx lithographica zum Beispiel, aber auch Minerale, Fossilien, Huftiere, Mammuts, Bären und Exemplare der einheimischen Fauna und Flora von heute. Besonders prächtig sind die „Dioramen“ – große Schaukästen, die verschiedenste Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zeigen.

Das Museum für Naturkunde, dessen Geschichte sogar bis vor die Gründung der Berliner Universität im Jahre 1810 zurückgeht, ist eines der ältesten und vielleicht das beeindruckendste der Berliner Museen, auf jeden Fall aber genau das Richtige, um einen langen Wintertag mit neuen Erkenntnissen zu füllen. Nicht nur Kinder geraten hier mit jedem Saal aufs Neue ins Staunen und nehmen am Ende einen leichten Schauder vor den langen Zähnen Tristan Ottos Mit nach Hause.