25.02.2020

„Moabit ist das Beste“

Cafés, in denen Kinder ausdrücklich erwünscht sind – nichts Ungewöhnliches für Prenzlauer Berg, Friedrichshain oder Kreuzberg. In Moabit sah das lange Zeit anders aus. Bis Ilona Troncoso sich mit Herz, Hirn und viel Engagement aufmachte, Abhilfe zu schaffen. Der passende Ort war schnell gefunden: direkt neben dem ebenso beliebten wie belebten Spielplatz Emmi in der Oldenburger Straße. Vor mehr als fünf Jahren wurde der unter reger Beteiligung der Anwohner rundum neu gestaltet. Die feierliche Eröffnung erfolgte im August 2012. Seit Mai 2016 ist diese Ecke des Kiezes nun für Kinder und ihre Eltern noch attraktiver geworden.

Denn seitdem gibt es hier Fräulein Knopfauge – ein Café für die ganze Familie. Ilona Troncoso dachte bei der Gründung des Cafés erst einmal nur an ihre eigenen Bedürfnisse. „Moabit ist Beste“, sagt sie lächelnd – ein Zitat des Moabiter Originals Kapitän Kiez. Was der Mutter einer damals zweijährigen Tochter hier allerdings fehlte, war ein Ort, an dem sie ihren Kinderwagen platzieren und entspannt mit Kind einen guten Kaffee trinken konnte. So kam ihr der Gedanke, einfach selbst ein Café zu eröffnen. „Ich habe zweieinhalb Jahre gesucht“, sagt das ehemalige Kindermädchen. „Als ich den Ort mithilfe eines Nachbarn fand, traf mich dort die pure Magie“.

Mit einer Crowdfunding-Kampagne und der Unterstützung von Familie, Freundinnen und Freunden entstand Fräulein Knopfauge – ein Wohlfühlort, der chilenische Lässigkeit und deutsche Gemütlichkeit angenehm verbindet. Die Fenster sind bunt beschriftet. Auf dem Tresen steht Babynahrung bereit. Im Hintergrund schmurgelt eine riesige La-Marzocco-Espresso-Maschine und garantiert hochwertigen Kaffeegenuss. Hinter dem Cafébereich gibt es zwei Spielzimmer. Im vorderen stehen Spiel-, Mal und Bastelsachen bereit, im hinteren wartet ein Bällebad. Während die Kleinen hier auf Strümpfen spielen, können die Eltern bei leckeren Getränken und Snacks entspannen und Kontakte zu anderen Eltern oder Großeltern aus der Nachbarschaft knüpfen.

Ilona Troncoso, die ihrem Moabit, „dieser kleinen Stadtinsel“, seit mehr als neun Jahren eng verbunden ist, und die herzliche, ungezwungene Atmosphäre im Fräulein Knopfauge machen das ganz leicht.